Arbeit auf Abruf

I. Was ist damit gemeint?
II. Was sagt das Gesetz zur Abrufarbeit?

 

I. Was ist damit gemeint?

Abrufarbeit leisten Arbeitnehmer1, deren Arbeitszeit sich nach dem Arbeitsanfall richtet. Der Arbeitgeber „ruft“ den Arbeitnehmer also, wenn es etwas zu arbeiten gibt. Im Gegensatz zu fest vereinbarten Arbeitszeiten bestimmt hier der Arbeitgeber sowohl Lage als auch Dauer der Arbeitszeit durch einseitige Weisung .

Besonderen Schutz erhalten Teilzeitarbeitnehmer (!)  durch das Teilzeit- und Befristungsgesetz, da gerade diese ihre Arbeitskraft oftmals noch anderen Arbeitgebern zur Verfügung stellen müssen. Vollzeitarbeitnehmer genießen keinen besonderen gesetzlichen Schutz.

II. Was sagt das Gesetz zur Abrufarbeit?

Zunächst müssen auch bei einem Abrufarbeitsverhältnis die monatliche und wöchentliche Arbeitszeit vereinbart werden. Welche Arbeitszeit vereinbart ist, kann übrigens auch aus der tatsächlichen Handhabung geschlossen werden.

Wird die wöchentliche Arbeitszeit nicht vereinbart, so gilt eine Arbeitszeit von 10 Stunden.

Wird die tägliche Arbeitszeit nicht vereinbart, so muss der Arbeitgeber die Dienste des Arbeitnehmers für mindestens 3 aufeinanderfolgende Stunden in Anspruch nehmen. Bei kürzerer Inanspruchnahme kann der Arbeitnehmer dennoch Bezahlung für 3 Stunden verlangen.

Der Abruf muss mindestens 4 Tage im Voraus geschehen. Soll der Arbeitnehmer z.B. an einem Montag arbeiten, muss er demnach bereits mittwochs darüber informiert werden. Andernfalls kann er die Arbeit verweigert.

Generell sind Abruf-Verträge kritisch zu betrachten, da Arbeitnehmer nicht selten über die Maßen benachteiligt werden. Problematisch wird es in der Praxis, wenn es um die Vergütung an Feiertagen , Urlaubsansprüche oder Überstunden geht.


1 Aus Gründen der Lesbarkeit wird innerhalb dieses Textes das geschlechtsneutral zu verstehende generische Maskulinum als Formulierungsvariante verwendet.

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